Das Nachschlagewerk zum Schweizer Goldvreneli

Vrenelifibel

Alles über die beliebteste Goldmünze der Schweiz – von der Entstehung 1897 bis zu den Sonderprägungen von heute. Verständlich erklärt, sorgfältig belegt.

Was bedeutet «Vrenelifibel»?

Vreneli
Schweizerdeutsche Koseform des Vornamens Verena. So nennt der Volksmund die 20-Franken-Goldmünze mit dem Frauenkopf, die eigentlich «Helvetia» darstellt.
Fibel
Ein Lehrbuch für den Einstieg – wie die ABC-Fibel aus der Schule. Und zugleich eine antike Gewandnadel: eines der ältesten Fundstücke der Archäologie, ein Gruss an die Numismatik.

Eine Fibel also: verständlich für den Einstieg und vollständig zum Nachschlagen – vom geerbten Vreneli bis zur seltenen Rarität.

1897erstes Vreneli
5,806 gFeingold im 20er
58'634'296Stück 20 Fr. laut Swissmint
–Einträge im Verzeichnis

Geschichte

Helvetia und das Vreneli

Wie eine Frauenfigur zum Symbol der Schweiz wurde, warum die Schweiz lange keine eigenen Goldmünzen hatte – und wie aus dem Helvetia-Kopf das Vreneli wurde. Die Geschichte in acht Kapiteln.

Zeitstrahl von 1642 bis 2025

17. bis 19. Jahrhundert

Helvetia – die Frau, die die Schweiz verkörpert

Helvetia ist die weibliche Personifikation der Schweiz. Ihr Name erinnert an die Helvetier, einen keltischen Stamm, der um die Zeitenwende im heutigen Mittelland lebte. Als Bildfigur ist sie aber eine Erfindung der frühen Neuzeit: Weil die alte Eidgenossenschaft neben den mächtigen Kantonen kaum eigene Symbole hatte, brauchte es eine Figur, die das Ganze verkörperte.

Als erste bildliche Darstellung gilt das Titelblatt der «Topographia Helvetiae» von Matthäus Merian (1642). 1672 malte Albrecht Kauw eine «Helvetia moderna». Im 18. Jahrhundert rückte Helvetia ins Bildzentrum, im 19. Jahrhundert wurde sie politischer und trug nun oft Speer und Schild mit dem Schweizerkreuz.

Mit der Gründung des Bundesstaats 1848 wurde sie zur «Landesmutter». Sie erschien auf Münzen und Briefmarken – etwa auf der berühmten «Strubel»-Marke (1854–1862), die ihren Übernamen der zerzausten Frisur der sitzenden Helvetia verdankt.

Quellen: N1, N3, N4, N7, N8

ab 1850

Helvetia auf Münzen und Banknoten

Die ersten Münzen des Bundesstaats von 1850 zeigten auf den Silbermünzen eine sitzende Helvetia. Den Entwurf lieferte Friedrich Fisch aus Aarau, die Stempel gravierte der Genfer Medailleur Antoine Bovy. Auf dem Fünfliber blieb die sitzende Helvetia bis 1874.

1874 kam die stehende Helvetia mit Speer und Wappenschild, umgeben von Sternen – entworfen von Albert Walch, graviert wiederum von Bovy. Sie ist bis heute auf den ½-, 1- und 2-Franken-Stücken in Ihrem Portemonnaie: eines der langlebigsten Münzbilder der Welt. Seit 1983 umgeben sie 23 statt 22 Sterne – der neue Kanton Jura kam dazu.

Auch die erste Banknotenserie der Schweizerischen Nationalbank von 1907 zeigt Helvetia. Und auf der 20-Franken-Note von 1914 findet sich ein Frauenkopf, den die Nationalbank selbst «Vreneli» nennt.

Quellen: N4b, N9, N12, N13, N15, N16, N23, N25, N26

vor 1883

Gold vor dem Vreneli

Vor 1848 prägten einzelne Kantone eigene Goldmünzen, etwa Bern seine Duplonen; die Helvetische Republik gab 1800 ein 32-Franken-Goldstück heraus. Mit dem Bundesstaat ging das Münzrecht an den Bund. Das Münzgesetz vom 7. Mai 1850 führte den Franken nach französischem Vorbild ein – als reine Silberwährung.

Doch Goldfunde in Kalifornien und Australien verschoben das Verhältnis von Gold zu Silber. Silbermünzen wurden eingeschmolzen, Gold drängte in den Umlauf. Mit dem Gesetz vom 31. Januar 1860 erhielten französische Goldmünzen gesetzlichen Kurs: Die Schweiz hatte nun eine Doppelwährung. Am 23. Dezember 1865 gründete sie mit Frankreich, Belgien und Italien die Lateinische Münzunion.

Eigene Goldmünzen prägte die Schweiz trotzdem lange nicht. Im Umlauf waren vor allem französische 20-Franc-Stücke, die «Napoléons». 1871 und 1873 entstanden Goldproben, doch erst 1883 kam die erste reguläre Goldmünze des Bundes.

Quellen: N14, N27, N28, N29, N30, N32, N33, N34, N37, N38, N39

1883–1896

Der Helvetia-Kopf: die erste Goldmünze des Bundes

1883 erschien das 20-Franken-Stück mit einem Frauenkopf, dessen Diadem die Inschrift «LIBERTAS» trägt – darum heisst die Münze bei Sammlern auch «Libertas» oder «Helvetia-Kopf». Den Entwurf der Vorderseite lieferte Albert Walch, die Rückseite Christian Bühler, die Stempel schnitt der Stuttgarter Graveur Karl Schwenzer. Geprägt wurde in Bern.

Die Auflagen schwankten stark: 1884 und 1885 ruhte die Prägung ganz, 1887 entstanden nur 176 Stück – die seltenste Schweizer 20-Franken-Goldmünze. Warum es so wenige waren, ist bis heute nicht geklärt.

Eine Besonderheit sind die ersten Münzen aus Schweizer Gold: Die Betreibergesellschaft der Goldmine Gondo im Wallis liess 1893 25 und 1895 19 Helvetia-Stücke aus eigenem Gold prägen, gekennzeichnet mit einem kleinen Kreuz im Schweizerkreuz. Zusammen mit diesen 44 Stücken ergibt sich die amtliche Gesamtauflage von 1'750'044.

Quellen: Q1, Q9, Q18, N41, N42, N45, N46, N48

1842–1927

Fritz Ulysse Landry, der Schöpfer des Vreneli

Fritz Ulysse Landry wurde am 26. September 1842 in Le Locle geboren, als Sohn eines Graveurs. Nach der Lehre im Familienbetrieb studierte er an der Kunstschule in Genf – Medaillengravur lernte er ausgerechnet bei Antoine Bovy, der die sitzende und die stehende Helvetia graviert hatte. Weitere Studien führten ihn nach Paris.

1869 gründete Landry in Neuenburg eine Berufszeichenschule und unterrichtete jahrzehntelang Zeichnen. Daneben schuf er zahlreiche Medaillen, etwa für das Eidgenössische Schützenfest in Neuenburg 1898 oder auf den Naturforscher Louis Agassiz. Das Vreneli, sein bekanntestes Werk, brach laut Historischem Lexikon der Schweiz mit dem eher steifen Stil der bisherigen Schweizer Münzen. Landry starb am 7. Januar 1927 in Neuenburg.

Quellen: N61, N62, N63, N64, N65, N66

Vreneli-Landkarte mit den Schauplätzen der Geschichte
Die Schauplätze der Vreneli-Geschichte. Kartengrundlage: Natural Earth (gemeinfrei).

1895–1897

Das Vreneli entsteht

1895 schrieb der Bund einen Wettbewerb für ein neues Münzbild aus. Unter 21 Entwürfen setzte sich – auf Beschluss des Bundesrats – Landry durch. Seine Helvetia trägt Zopf und Edelweisskranz, im Hintergrund erheben sich die Alpen; die Rückseite zeigt das Schweizer Wappen mit einem Eichenzweig.

Schema des 20-Franken-Vreneli mit Beschriftung der wichtigsten Merkmale
Die wichtigsten Merkmale des 20-Franken-Vreneli (vereinfachte eigene Zeichnung).

1897 kamen die ersten Vrenelis aus der Münzstätte Bern – nach zwölf Probestücken mit einer Stirnlocke, die als «frivol» galt, und mit 29 Stücken aus Gondo-Gold. Den Übernamen «Vreneli» gab der Volksmund der Münze erst später; belegt ist er ab den 1940er-Jahren. Mehr dazu in der Zeitleiste, bei den berühmten Stücken und in der Modell-Frage.

Massstabsgetreuer Grössenvergleich der Vreneli-Nominale mit einem 1-Franken-Stück
Massstabsgetreu: Ein 20-Franken-Vreneli ist kleiner als ein heutiger Einfränkler.

Quellen: Q1, Q7, Q14, Q16, Q22, Q28, Q36

1914–1936

Krieg, Krise und das Ende der Münzunion

Als im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, stürmten Sparer die Banken, um ihr Geld in Gold- und Silbermünzen umzutauschen. Mit der Verordnung vom 30. Juli 1914 machte der Bundesrat die Banknoten der Nationalbank zum gesetzlichen Zahlungsmittel und hob die Pflicht auf, sie in Metallgeld einzulösen. Die Vreneli-Prägung ruhte von 1917 bis 1921.

Die Lateinische Münzunion zerfiel nach dem Krieg. Ab dem 1. April 1927 waren in der Schweiz nur noch schweizerische Gold- und Silbermünzen im Umlauf. Das Münzgesetz vom 3. Juni 1931 legte den Franken auf 9/31 Gramm Feingold fest – auf dieses Gesetz verweist später die Randschrift «AD LEGEM ANNI MCMXXXI».

Am 26. September 1936 beschloss der Bundesrat die Abwertung des Frankens um rund 30 Prozent. Das Gold in einem Vreneli war nun mehr wert als sein Nennwert – die Münzen verschwanden aus dem Zahlungsverkehr.

Quellen: N12b, N25, N32, N36, N49, N50, N51, N52, Q12, Q13, Q39

1945 bis heute

Vom Zahlungsmittel zum Schatz

Zwischen 1945 und 1947 prägte Bern aus Barrengold der Nationalbank über 20 Millionen Vrenelis mit der alten Jahreszahl 1935 und dem Zeichen «L» für Lingot. 1947 und 1949 folgten die letzten Jahrgänge. Gezahlt wurde mit diesen Münzen nicht mehr: Sie waren Gold in handlicher Form.

Rechtlich blieb der Franken noch lange an das Gold gebunden. Erst die neue Bundesverfassung (in Kraft seit dem 1. Januar 2000) und das Währungs- und Zahlungsmittelgesetz, in Kraft seit dem 1. Mai 2000, lösten die Goldbindung endgültig.

Heute ist das Vreneli ein beliebtes Geschenk zu Taufe, Konfirmation und Hochzeit, ein Erbstück über Generationen und für viele eine Form des Sparens in Gold. Und Helvetia? Sie steht weiterhin auf den Kursmünzen – und seit 2025 blickt ihr Kopf auch von einer neuen 10-Franken-Bimetallmünze, die nur in den Swissmint-Münzsätzen erhältlich ist. Swissmint erinnerte 2022 und 2025 zudem mit goldenen Sondermünzen an das Vreneli.

Quellen: Q11, Q14, Q28, Q29, N53, N55, N56, N57, N59, N60, N68, N69, N71

Zeitleiste

Vom Helvetia-Kopf zum Vreneli von heute

Massstäblich von 1880 bis heute. Tippen Sie auf einen Meilenstein oder einen Zeitbalken, um Details zu sehen.

  1. 1883–1896 – Der Vorgänger: 20 Franken «Helvetia»: Die erste Schweizer 20-Franken-Goldmünze zeigt einen Frauenkopf mit Diadem, die «Libertas» oder «Helvetia». Den Entwurf der Vorderseite lieferte Albert Walch, die Rückseite Christian Bühler; die Stempel schnitt der Stuttgarter Graveur Karl Schwenzer. Geprägt wurde nach dem Standard der Lateinischen Münzunion: 6,452 g Gold zu 900/1000. 1884 und 1885 ruhte die Prägung. Der Jahrgang 1887 ist mit nur 176 Stück die seltenste Schweizer 20-Franken-Goldmünze überhaupt, 1888 folgen 4'224 Stück. Nach gut zehn Jahren schrieb der Bund 1895 einen Wettbewerb für ein neues Münzbild aus.
  2. 1895 – Wettbewerb um eine neue Goldmünze: Der Bundesrat setzte im April 1895 eine Jury ein. Eingereicht wurden 21 Entwürfe. Die Jury vergab keinen ersten Preis und schlug den Neuenburger Medailleur Fritz Ulysse Landry nur für den zweiten Preis vor – die Bedingungen seien nicht ganz eingehalten. Erst der Bundesrat sprach Landry auf Antrag des Finanzdepartements den ersten Preis zu. Kritisiert wurde, die Helvetia wirke zu jung und zu persönlich, die Berge zu dominant. Landry überarbeitete den Entwurf im Herbst 1895: Zopf, Edelweisskranz und ein tieferer Berghorizont kamen dazu. Als Vorlage für das Gesicht soll eine junge Frau aus dem Haslital gedient haben, die Landry 1894 auf der Steinalp gemalt hatte – mehr dazu in der Modell-Frage.
  3. 1897 – Das erste Vreneli – mit Locke und mit Walliser Gold: 1897 erschien die neue 20-Franken-Münze. Zuerst entstanden 12 Probestücke mit einer Haarlocke in der Stirn. Ein Magistrat fand die Locke «frivol» – sie verschwand vor der Serienprägung. Die Stirnlocken-Vrenelis gehören heute zu den gesuchtesten Schweizer Münzen. Ebenfalls 1897 wurden 29 Stück aus Gold der Mine Gondo im Wallis geprägt, gekennzeichnet mit einem kleinen eingeschlagenen Kreuz im Schweizerkreuz. Die reguläre Auflage 1897 betrug 400'000 Stück. Geprägt wurde in Bern (Münzzeichen B); die Prägestempel entstanden laut Swissmint in Paris.
  4. 1911–1916 – Der kleine Bruder: 10 Franken: Ab 1911 gab es das Vreneli auch zu 10 Franken: 19 mm, 3,226 g, Rand geriffelt. Weil der Schrötling so dünn ist, wurde die Rückseite eigens angepasst. Der erste Jahrgang 1911 ist mit 100'000 Stück zugleich der seltenste 10er.
  5. 1922 – Nach dem Ersten Weltkrieg: grosse Auflagen: Nach einer Pause von 1917 bis 1921 wurde 1922 wieder geprägt: 2'783'678 Stück zu 20 Franken – so viele wie nie zuvor – und mit 1'020'000 Stück der letzte Jahrgang des 10-Franken-Vreneli.
  6. 1925–1926 – Der Riese und der Winzling: 1925 entstand das einzige 100-Franken-Vreneli: 35 mm, 32,258 g, Randschrift «DOMINUS PROVIDEBIT», nur 5'000 Stück. 1926 folgte der 20er mit der kleinsten regulären Auflage aller Jahrgänge: 50'000 Stück.
  7. 1931 – Neues Münzgesetz: Das Münzgesetz von 1931 regelte die Goldmünzen neu. Auf dieses Gesetz verweist später die Randschrift «AD LEGEM ANNI MCMXXXI» – «nach dem Gesetz des Jahres 1931» – auf den Vrenelis von 1947 und 1949.
  8. 26.–28. September 1936 – Abwertung des Frankens: Am Samstag, 26. September 1936, beschloss der Bundesrat die Abwertung des Frankens um rund 30 Prozent; der Beschluss trat am 28. September in Kraft. Die Nationalbank musste Noten nicht mehr in Gold einlösen. Für das Vreneli war das ein Wendepunkt: Das Gold darin war nun mehr wert als die aufgeprägten 20 Franken. Die Münzen verschwanden aus dem Zahlungsverkehr in Sparstrümpfe und Tresore. Ob sie je formell ausser Kurs gesetzt wurden, beurteilen die Quellen unterschiedlich.
  9. 1945–1947 – Nachprägungen «L 1935 B»: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden über 20 Millionen Vrenelis mit der alten Jahreszahl 1935 nachgeprägt – aus Barrengold, daher das «L» für «Lingot». 1945 waren es 3'500'000, 1946 7'108'813 und 1947 9'400'000 Stück. Diese Münzen dienten nicht mehr dem Zahlungsverkehr, sondern als Goldanlage. Die «L-B» sind deshalb der häufigste Jahrgang und tragen wie alle Stücke bis 1935 den Rand mit 22 Sternen. Um diese Zeit taucht auch der Übername «Vreneli» erstmals in den Quellen auf (um 1943).
  10. 1947 und 1949 – Die letzten Vrenelis: 1947 (9'200'000 Stück) und 1949 (10'000'000 Stück) erschienen die letzten regulären Vrenelis – nun mit der Randschrift «AD LEGEM ANNI MCMXXXI» statt der Sterne. Insgesamt entstanden laut Swissmint 58'634'296 Stück zu 20 Franken – einschliesslich der Proben und Gondo-Stücke.
  11. 2022 – Swissmint erinnert an das letzte 10-Franken-Vreneli: 100 Jahre nach der letzten 10er-Prägung gab Swissmint eine Goldmünze zu 50 Franken im Vreneli-Stil heraus (laut Factsheet 5'000 Stück, Polierte Platte). Im selben Jahr lancierte ein Zürcher Start-up das private «Silbervreneli» – eine Silberprägung ohne Nennwert, kein offizielles Zahlungsmittel. Mehr dazu unter Silbervreneli & Verwandte.
  12. 2025 – 100 Jahre 100-Franken-Vreneli: Zum Jubiläum des 100ers von 1925 erschien eine Gold-Sonderprägung zu 100 Franken, umgesetzt mit der Tessiner Raffinerie MKS PAMP. Laut Medienberichten waren es 2'500 Stück zu CHF 3'500 – sie waren rasch vergriffen. Das Vreneli ist damit auch über 125 Jahre nach seiner Entstehung lebendig.

Berühmte Stücke

Die Stars unter den Vrenelis

Einige Jahrgänge und Varianten sind Legenden – wegen winziger Auflagen, kurioser Geschichten oder kleiner Details, die nur Kenner sehen.

Das Stirnlocken-Vreneli

20 Franken · 1897 · Probeprägung · 12 Stück

Bevor die Serienprägung 1897 begann, entstanden zwölf Probestücke. Sie zeigen Helvetia mit einer feinen Haarlocke, die ihr in die Stirn fällt. Was heute harmlos wirkt, ging einem Magistraten damals zu weit: Die Locke sei «frivol». Für die Serienprägung wurde sie entfernt – das Vreneli, wie wir es kennen, trägt das Haar streng zurückgenommen.

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Laut Swissmint gingen die zwölf Proben an die Bundesräte, die Bundeskanzlei, Landry selbst und ein Exemplar an das Münzkabinett. Weil die Stücke nie für den Umlauf gedacht waren, ist ihre Spur gut nachvollziehbar – und jedes Auftauchen auf einer Auktion ist ein Ereignis in der Sammlerwelt.

Eine Quelle nennt für die Proben die Randschrift «DOMINUS PROVIDEBIT» statt der späteren 22 Sterne; diese Angabe ist noch nicht durch eine zweite Quelle bestätigt.

Vorsicht: Gerade weil echte Stücke so selten sind, lohnt sich für Fälscher der Aufwand. Ein Stück, das als Stirnlocken-Vreneli angeboten wird, gehört zwingend in die Hände von Fachleuten.

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Das Gondo-Vreneli

20 Franken · 1897 · Gold aus dem Wallis · 29 Stück

Fast alles Gold der Vrenelis kam aus dem Ausland. Eine Ausnahme bilden 29 Stücke aus dem Jahr 1897 – nach Vorläufern beim Helvetia-Kopf 1893 und 1895: Sie wurden aus Gold der Mine Gondo am Simplon geprägt. Damit man sie erkennt, schlug man ein kleines Kreuz in die Mitte des Schweizerkreuzes auf der Rückseite.

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Natürliches Gondo-Gold enthält Silber. Deshalb wirken die Stücke etwas heller als gewöhnliche Vrenelis. Swissmint betont, dass es sich nicht um eigentliche Proben handelt, sondern um reguläre Münzen aus besonderem Metall.

Gondo-Vrenelis gehören zu den begehrtesten Schweizer Münzen überhaupt. Immer wieder tauchen Exemplare in Nachlässen auf – Schweizer Medien berichteten etwa über einen Kellerfund, der an einer Zürcher Auktion einen sechsstelligen Betrag erzielte.

Vorsicht: Ein kleines Kreuz lässt sich auch nachträglich einschlagen. Echtheit, Metallzusammensetzung und Punze müssen von Fachleuten geprüft werden.

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Der Jahrgang 1926

20 Franken · 50'000 Stück · kleinste reguläre Auflage

Kein anderer regulärer Jahrgang des 20-Franken-Vreneli wurde so selten geprägt wie 1926: nur 50'000 Stück – weniger als ein Tausendstel aller Vrenelis. Kein Wunder, dass 1926 bei Sammlern und Erben als «der seltene Jahrgang» gilt.

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Die Auflage allein erzählt aber nicht die ganze Geschichte. Englischsprachige Fachliteratur weist darauf hin, dass sich vom Jahrgang 1926 vergleichsweise viele Stücke in guter Erhaltung erhalten haben – offenbar wurden sie früh beiseitegelegt. In sehr guter Erhaltung gelten dort eher die Jahrgänge 1903 und 1904 als schwierig.

Für die Praxis heisst das: Ein 1926er ist immer ein schöner Fund und mehr wert als ein gewöhnliches Vreneli. Wie viel mehr, hängt stark von der Erhaltung ab.

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Die stillen Raritäten 1903 bis 1906

20 Franken · 1903: 200'000 · 1904, 1905, 1906: je 100'000 Stück

Zwischen 1903 und 1906 prägte Bern deutlich weniger Vrenelis als in den Jahren davor und danach. Die Jahrgänge 1904, 1905 und 1906 kommen auf je nur 100'000 Stück, 1903 auf 200'000. Sie stehen im Schatten des bekannteren 1926 – zu Unrecht.

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Diese frühen Münzen liefen jahrzehntelang im Zahlungsverkehr um. Viele Stücke sind deshalb abgegriffen. Gut erhaltene Exemplare sind entsprechend schwer zu finden; vor allem 1903 und 1904 gelten in der englischsprachigen Literatur als eigentliche Schlüsseljahrgänge der Reihe.

Wer eine Vreneli-Sammlung nach Jahrgängen aufbaut, merkt schnell: Ein 1904er in schöner Erhaltung ist oft schwieriger zu bekommen als ein 1926er.

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Der erste Zehner: 10 Franken 1911

10 Franken · 1911 · 100'000 Stück

Ab 1911 gab es das Vreneli auch in halber Grösse: 19 Millimeter, knapp 3,23 Gramm. Der erste Jahrgang ist mit 100'000 Stück zugleich der seltenste der kurzen 10er-Reihe, die schon 1922 endete.

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Weil der Schrötling des 10ers sehr dünn ist, wurde die Rückseite eigens angepasst. Der Rand ist geriffelt statt mit Sternen verziert.

Laut Auktionsliteratur ist 1911 der einzige 10er-Jahrgang, für den Sammler regelmässig einen deutlichen Aufpreis zahlen. Die übrigen Jahrgänge – vor allem 1922 mit über einer Million Stück – werden meist nahe am Goldwert gehandelt.

2022 erinnerte Swissmint mit einer goldenen 50-Franken-Sondermünze an die letzte 10er-Prägung von 1922.

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Der Riese: 100 Franken 1925

100 Franken · 1925 · 5'000 Stück · 32,258 g

Das grösste Vreneli misst 35 Millimeter und wiegt über 32 Gramm – darin stecken gut 29 Gramm reines Gold, fast eine Feinunze. Es wurde nur ein einziges Mal geprägt, 1925, in einer Auflage von 5'000 Stück.

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Auf dem Rand steht die Devise «DOMINUS PROVIDEBIT» – «Der Herr wird vorsorgen». Er findet sich auch auf dem Rand der Helvetia-Goldmünzen ab 1886 und auf dem heutigen Fünfliber.

100 Jahre später, 2025, gab Swissmint eine goldene Jubiläumsmünze zu 100 Franken heraus. Die laut Medienberichten 2'500 Stück waren rasch vergriffen – ein Beleg dafür, wie lebendig das Vreneli bis heute ist.

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Das Rätsel «1935 L-B»

20 Franken · Jahreszahl 1935, geprägt 1945–1947 · 20'008'813 Stück

Viele Vrenelis tragen die Jahreszahl 1935 – und links und rechts davon die Buchstaben L und B. Diese Münzen stammen gar nicht aus dem Jahr 1935: Sie wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg, zwischen 1945 und 1947, mit der alten Jahreszahl nachgeprägt.

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Das «B» steht wie üblich für die Münzstätte Bern. Das «L» steht für «Lingot», französisch für Barren: Die Stücke wurden aus Barrengold geprägt. 1945 waren es 3,5 Millionen, 1946 gut 7,1 Millionen und 1947 9,4 Millionen Stück – zusammen über 20 Millionen. Damit ist «1935 L-B» der häufigste Jahrgang überhaupt.

Obwohl sie zur gleichen Zeit entstanden wie die Vrenelis von 1947, tragen die L-B-Stücke den Rand mit 22 Sternen. Der Rand richtet sich nach der Jahreszahl, nicht nach dem Prägejahr.

Nicht verwechseln: Echte 1935er ohne «L» gibt es auch – mit 175'000 Stück sind sie deutlich seltener.

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Rangliste

Die seltensten und wertvollsten Vrenelis

Wählen Sie, wonach sortiert wird: nach der bekannten Stückzahl oder nach dem Richtwert im Handel. Ein Klick öffnet den Steckbrief.

  1. 20 Fr. Vreneli 1897 Probe «Stirnlocke»: 12 Stück – Richtwert CHF 130'000–190'000 (Stand 2018-05 und 2025-10)
  2. 20 Fr. Helvetia-Kopf 1895 «Gondo»: 19 Stück – Richtwert CHF 110'000 (Stand 2026-05)
  3. 20 Fr. Helvetia-Kopf 1893 «Gondo»: 25 Stück
  4. 20 Fr. Vreneli 1897 «Gondo»: 29 Stück – Richtwert CHF 170'000–200'000 (Stand 2023-10 bis 2026-05)
  5. 20 Fr. Helvetia-Kopf 1887: 176 Stück – Richtwert CHF 155'000 (Stand 2025-10)
  6. 20 Fr. Helvetia-Kopf 1888: 4'224 Stück – Richtwert CHF 8'500–17'500 (Stand 2025-02 bis 2025-05)
  7. 100 Fr. Vreneli 1925 B: 5'000 Stück – Richtwert CHF 12'000–26'000 (Stand 2025-05)
  8. 20 Fr. Vreneli 1926: 50'000 Stück – Richtwert CHF 700–1'400 (Stand 2024-10 bis 2026-10)
  9. 20 Fr. Helvetia-Kopf 1889: 100'000 Stück
  10. 20 Fr. Helvetia-Kopf 1891: 100'000 Stück

Richtwerte, keine Anlageberatung. Preise schwanken mit dem Goldpreis und hängen stark von der Erhaltung ab. Jeder Wert ist mit Art (Händlerpreis, Auktionszuschlag, Ausgabepreis), Datum und Quelle angegeben. Für einen Verkauf holen Sie bitte eine aktuelle Schätzung bei einer Fachperson ein.

Verzeichnis

Alle Jahrgänge und Nominale

Vollständig nach der offiziellen Prägeliste: 20 Fr. Helvetia-Kopf, 10, 20 und 100 Fr. Vreneli sowie die Swissmint-Sonderprägungen. Mit Steckbrief zu jedem Jahrgang.

Auflagen der 20-Franken-Goldmünzen je Prägejahr 1883 bis 1949, logarithmisch
Wie viele Stück jedes Jahr entstanden – logarithmische Skala, damit auch die 176 Stück von 1887 sichtbar sind.

Alle Jahrgänge mit Auflage und Seltenheit
JahrgangSerieAuflageSeltenheitHinweis
188320 Fr. Helvetia-Kopf250'000gelegentlicherster Jahrgang, gerippter Rand
188620 Fr. Helvetia-Kopf250'000gelegentlich
188720 Fr. Helvetia-Kopf176extrem seltennur 176 Stück
188820 Fr. Helvetia-Kopf4'224sehr seltennur 4'224 Stück
188920 Fr. Helvetia-Kopf100'000selten
189020 Fr. Helvetia-Kopf125'000selten
189120 Fr. Helvetia-Kopf100'000selten
189220 Fr. Helvetia-Kopf100'000selten
189320 Fr. Helvetia-Kopf100'000selten
1893 «Gondo»20 Fr. Helvetia-Kopf25extrem seltenGondo-Gold, 25 Stück
189420 Fr. Helvetia-Kopf120'600selten
189520 Fr. Helvetia-Kopf200'000gelegentlich
1895 «Gondo»20 Fr. Helvetia-Kopf19extrem seltenGondo-Gold, 19 Stück
189620 Fr. Helvetia-Kopf400'000gelegentlich
189720 Fr. Vreneli400'000gelegentlicherster Jahrgang
1897 Probe «Stirnlocke»20 Fr. Vreneli12extrem selten12 Proben, Locke in der Stirn
1897 «Gondo»20 Fr. Vreneli29extrem selten29 Stück aus Walliser Gold
189820 Fr. Vreneli400'000gelegentlich
189920 Fr. Vreneli300'000gelegentlich
190020 Fr. Vreneli400'000gelegentlich
190120 Fr. Vreneli500'000gelegentlich
190220 Fr. Vreneli600'000gelegentlich
190320 Fr. Vreneli200'000sehr seltentiefe Auflage, schwierig in guter Erhaltung
190420 Fr. Vreneli100'000sehr seltentiefe Auflage, schwierig in guter Erhaltung
190520 Fr. Vreneli100'000seltentiefe Auflage
190620 Fr. Vreneli100'000seltentiefe Auflage
190720 Fr. Vreneli150'000selten
190820 Fr. Vreneli355'000gelegentlich
190920 Fr. Vreneli400'000gelegentlich
191020 Fr. Vreneli375'000gelegentlich
191120 Fr. Vreneli350'000gelegentlich
191220 Fr. Vreneli450'000gelegentlich
191320 Fr. Vreneli700'000häufig
191420 Fr. Vreneli700'000häufig
191520 Fr. Vreneli750'000häufig
191620 Fr. Vreneli300'000gelegentlich
192220 Fr. Vreneli2'783'678häufigerste Massenauflage nach dem Ersten Weltkrieg
192520 Fr. Vreneli400'000gelegentlich
192620 Fr. Vreneli50'000sehr seltenkleinste Auflage: 50'000
192720 Fr. Vreneli5'015'000häufigMassenauflage; Abarten bekannt
193020 Fr. Vreneli3'371'764häufigMassenauflage; Abarten bekannt
1935 B20 Fr. Vreneli175'000seltenechte 1935er, tiefe Auflage
1935 L-B20 Fr. Vreneli20'008'813häufigNachprägung 1945–47, häufigster Jahrgang
194720 Fr. Vreneli9'200'000häufigRandschrift statt Sterne
194920 Fr. Vreneli10'000'000häufigletzter Jahrgang; Abarten bekannt
191110 Fr. Vreneli100'000sehr seltenerster und seltenster 10er
191210 Fr. Vreneli200'000selten
191310 Fr. Vreneli600'000gelegentlich
191410 Fr. Vreneli200'000selten
191510 Fr. Vreneli400'000gelegentlich
191610 Fr. Vreneli130'000selten
192210 Fr. Vreneli1'020'000häufigletzter 10er
1925 B100 Fr. Vreneli5'000extrem seltennur 5'000 Stück
2022 · 50 Fr.Swissmint-Sonderprägung5'000Sammlerausgabe100 Jahre letzter 10er
2025 · 100 Fr.Swissmint-Sonderprägung2'500Sammlerausgabe100 Jahre 100er

Seltenheit: redaktionelle Einstufung nach Auflage und Fachliteratur (1 = häufig, 5 = extrem selten), keine Preisangabe.

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Wissen

Was Sie über das Vreneli wissen sollten

Wer stand Modell für das Vreneli?

Landry selbst hat dazu nichts Eindeutiges hinterlassen. Die Frage kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg auf – als Landry und die infrage kommenden Frauen bereits gestorben waren. Zwei Namen werden genannt.

These 1: Rosa Tännler aus Gadmen

Rosa Tännler (1879–1946, nach ihrer Heirat 1901 Kruck-Tännler) wuchs in Gadmen im Berner Oberland auf. Im Sommer 1894 begegnete sie als junges Mädchen im Hotel auf der Steinalp dem Medailleur Landry. Er soll sie dort gemalt haben; dieses Bild habe ihm als Vorlage gedient.

Der Historiker Raphael Germann hat diese Überlieferung mit Archivrecherchen untermauert. Er fand unter anderem ein Dokument im Bundesarchiv und Briefe aus dem Jahr 1895, die auf eine junge Frau aus dem Haslital hindeuten. In Gadmen erinnert heute der «Goldvreneliweg» an Rosa Tännler.

These 2: Françoise Kramer-Egli aus Neuenburg

Andere Darstellungen, etwa in der englischsprachigen Wikipedia, nennen Françoise Kramer-Egli aus Neuenburg, Landrys Heimatstadt. Diese These ist weniger gut dokumentiert; eigenständige Belege dafür haben wir bisher nicht gefunden.

Unser Fazit

Die Archivfunde sprechen derzeit eher für Rosa Tännler. Endgültig bewiesen ist aber keine der beiden Thesen – und vielleicht trifft beides ein Stück weit zu: Ein Medailleur zeichnet selten ein reines Porträt, sondern ein Ideal. Landrys Helvetia sollte nicht eine bestimmte Frau zeigen, sondern die Schweiz.

Quellen: Plattform J (2020, 2023), SRF, Inner Wheel Aarau, Wikipedia (de/en) – siehe Quellenverzeichnis [Q8, Q10, Q24–Q27].

Echtheit prüfen und Fälschungen erkennen

Vrenelis werden seit Jahrzehnten gefälscht – von billigen vergoldeten Souvenirkopien bis zu Fälschungen aus echtem Gold, bei denen nur die seltene Jahreszahl oder ein Merkmal nachgemacht ist. Mit ein paar einfachen Prüfungen lassen sich viele Fälschungen entlarven.

Echtheits-Check in vier Schritten
Der Echtheits-Check in vier Schritten – Details unten.

1. Gibt es die Jahreszahl überhaupt?

Die einfachste und wirksamste Prüfung. Echte Jahrgänge sind:

  • 20 Fr. Vreneli: 1897–1916, 1922, 1925, 1926, 1927, 1930, 1935, 1947, 1949
  • 10 Fr. Vreneli: 1911–1916, 1922
  • 100 Fr. Vreneli: nur 1925
  • 20 Fr. Helvetia: 1883, 1886–1896

Ein Vreneli von 1920, 1933 oder 1948 ist garantiert falsch.

2. Gewicht und Masse

  • 20 Fr.: 6,45 g, 21 mm Durchmesser
  • 10 Fr.: 3,23 g, 19 mm
  • 100 Fr.: 32,26 g, 35 mm

Eine Feinwaage mit 0,01 g Genauigkeit und eine Schieblehre kosten wenig. Abgegriffene Stücke dürfen minimal leichter sein; deutliche Abweichungen sind ein Alarmzeichen.

3. Passt der Rand zur Jahreszahl?

Schema der vier Randvarianten
  • 20 Fr. mit Jahreszahl bis 1935 (auch «L 1935 B»): 22 erhabene Sterne
  • 20 Fr. 1947 und 1949: Randschrift «AD LEGEM ANNI MCMXXXI»
  • 10 Fr.: geriffelt · 100 Fr.: «DOMINUS PROVIDEBIT»

Ein 1949er mit Sternenrand oder ein 1926er mit Randschrift ist nicht echt.

4. Details unter der Lupe

  • Signatur «F. LANDRY» unter dem Halsabschnitt
  • Münzzeichen «B» auf der Rückseite
  • Scharfe Konturen im Edelweisskranz und in den Bergen; Fälschungen wirken oft weich, schwammig oder porös
  • Farbe: ein warmes, leicht rötliches Gold (Kupferanteil). Gondo-Stücke sind heller.

5. Die gefährlichen Fälle

Bei seltenen Stücken lohnt sich der Aufwand für Fälscher besonders: veränderte Jahreszahlen, nachträglich eingeschlagene Gondo-Kreuze oder Nachbildungen der Stirnlocken-Probe. Solche Stücke gehören immer zur Prüfung an eine Fachperson – einen etablierten Münzhändler, ein Auktionshaus oder einen Prüfdienst. Die Zentralstelle für Edelmetallkontrolle des Bundes (BAZG) und die zugelassenen Handelsprüfer können zudem das Material analysieren.

Magnet-Test? Gold ist nicht magnetisch – viele Fälschungen aber auch nicht. Ein Magnet entlarvt nur grobe Eisenkopien.

Erhaltungsgrade

Bei gewöhnlichen Vrenelis zählt vor allem das Gold. Bei seltenen Jahrgängen entscheidet dagegen die Erhaltung über den Sammlerwert – oft um ein Mehrfaches. Im deutschsprachigen Raum sind diese Abkürzungen üblich:

Schema der Erhaltungsgrade
Mit zunehmender Abnutzung verflachen die Details (Schema).
GradBedeutungWoran man es erkenntinternational
PPPolierte PlatteSpiegelnder Grund, mattierte Motive; Sammlerqualität (z. B. Swissmint-Sonderprägungen)Proof
stgl.stempelglanzWie frisch aus der Prägemaschine, voller Glanz, keine UmlaufspurenUNC / MS 60–70
vzvorzüglichNur an den höchsten Stellen (Haar, Wange, Kreuz) minimale AbnutzungXF / EF
sssehr schönDeutliche Umlaufspuren, aber alle Details gut erkennbarVF
sschönStark abgegriffen, feine Details wie Edelweiss verflachtF
sgesehr gut erhaltenNur noch Umrisse, Schrift teilweise schwachVG

Zwischenstufen werden mit einem Plus oder einem Schrägstrich angegeben, etwa «vz+» oder «ss/vz» (Vorder-/Rückseite).

Niemals reinigen! Putzen, Polieren oder Tauchbäder hinterlassen feine Kratzer und zerstören den Originalglanz. Eine gereinigte Münze verliert für Sammler einen grossen Teil ihres Werts.

Diese Tabelle gibt das in der deutschsprachigen Numismatik übliche Schema wieder; Händler und Auktionshäuser legen die Grenzen im Detail unterschiedlich aus.

Richtig aufbewahren

  • Münzkapseln: Einzelne Vrenelis passen in Kapseln mit 21 mm Innendurchmesser (10er: 19 mm, 100er: 35 mm). Kapseln schützen vor Kratzern und Fingerabdrücken.
  • Nicht mit blossen Fingern anfassen: Hautfett und Schweiss hinterlassen Flecken. Münzen nur am Rand halten oder Baumwollhandschuhe tragen.
  • Kein Weich-PVC: Ältere Münzhüllen aus Weich-PVC können Stoffe abgeben, die Münzen angreifen. Besser säure- und weichmacherfreie Materialien.
  • Trocken und ohne grosse Temperaturschwankungen lagern.
  • Sicherheit: Grössere Bestände gehören in einen Tresor oder ein Bankschliessfach. Klären Sie mit Ihrer Hausratversicherung, bis zu welchem Betrag Edelmetalle zu Hause versichert sind.
  • Dokumentieren: Führen Sie eine Liste mit Jahrgang, Erhaltung, Kaufdatum und Kaufpreis – das erleichtert später den Verkauf oder die Erbteilung. Unsere Sammler-Checkliste hilft dabei.

Kaufen und Verkaufen

Keine Anlageberatung. Die folgenden Hinweise sind allgemeine Informationen. Preise ändern sich täglich.

Was kostet ein Vreneli?

Der Preis eines gewöhnlichen Vreneli setzt sich aus dem Goldwert (5,806 g Feingold, siehe Rechner) und einem Aufgeld zusammen. Das Aufgeld deckt Prägung, Handel und die Beliebtheit der Münze. Beim Verkauf zahlt der Händler meist etwas weniger als den Verkaufspreis – die Differenz heisst Spread.

Wo kaufen?

  • Edelmetallhändler und Banken: faire, transparente Preise für gewöhnliche Jahrgänge; meist «gemischte Jahrgänge» ohne Wahl.
  • Münzhandlungen und Auktionshäuser: für bestimmte Jahrgänge, seltene Stücke und gute Erhaltungen.
  • Privat und online: nur mit grosser Vorsicht – hier tauchen die meisten Fälschungen auf.

Worauf achten?

  • Händler mit Adresse, Rechnung und klarem Rückgaberecht wählen.
  • Preise mehrerer Anbieter vergleichen, inklusive Versand und Versicherung.
  • Für seltene Jahrgänge nach einer Echtheitsgarantie fragen.
  • Ab bestimmten Beträgen müssen Händler Ihre Identität feststellen (Geldwäschereivorschriften). Das ist ein gutes Zeichen, kein Misstrauen.
  • Vrenelis gelten in der Regel als Anlagegold und sind dann von der Mehrwertsteuer befreit – fragen Sie beim Händler nach.

Vrenelis geerbt?

Sortieren Sie die Münzen zuerst nach Nominal und Jahreszahl. Achten Sie besonders auf diese Stücke: 20 Fr. 1903–1906, 1926 und 1935 ohne «L»; 10 Fr. 1911; 100 Fr. 1925; Helvetia 1887 und 1888 sowie jedes Stück mit kleinem Kreuz im Schweizerkreuz (Gondo). Solche Münzen nicht zum Goldpreis verkaufen, sondern von einem Münzhändler oder Auktionshaus schätzen lassen.

Steuern: In der Schweiz gehören Vrenelis zum steuerbaren Vermögen. Fragen Sie im Zweifel Ihre Steuerverwaltung oder eine Fachperson.

Silbervreneli & Verwandte

Das Vreneli ist eine Goldmünze. Eine offizielle Silberausgabe hat die Eidgenossenschaft nie herausgegeben. Trotzdem begegnen einem «Vrenelis» aus anderen Metallen – hier die Übersicht.

Das «Silbervreneli» (privat, seit 2022)

2022 brachten zwei Freunde, André Rauch und André Nisple, mit der Silbervreneli GmbH in Hüntwangen ZH eine eigene Silberprägung auf den Markt. Laut Hersteller bestehen die Stücke aus Feinsilber 999/1000:

  • Klassik: 1 Unze (31,1 g), 38,6 mm; erste Ausgabe 2022 mit 500 Stück
  • Grande: 5 Unzen (155,5 g), weltweit auf 750 Stück limitiert
  • Piccolo: ¼ Unze

Wichtig: Das Silbervreneli ist eine private Prägung ohne Nennwert und kein offizielles Zahlungsmittel. Es hat keine Verbindung zu Swissmint oder zur Schweizerischen Nationalbank. «Silbervreneli» ist nach Angaben des Herstellers eine geschützte Marke; wir nennen den Namen rein beschreibend.

Swissmint-Sonderprägungen

Die offiziellen Vreneli-Jubiläumsmünzen der Eidgenössischen Münzstätte sind aus Gold: 2022 eine 50-Franken-Münze zur letzten 10er-Prägung und 2025 eine 100-Franken-Münze zum Jubiläum des 100ers. Sie stehen im Verzeichnis.

Kopien und Souvenirs

Im Handel und in Nachlässen finden sich vergoldete Nachbildungen, Anhänger und Souvenirmedaillen im Vreneli-Design. Sie haben nur geringen Materialwert. Ein Blick auf Gewicht, Rand und Jahreszahl (siehe Echtheit) schafft schnell Klarheit.

Quellen: Tages-Anzeiger, Business Class Magazin, Herstellerangaben silbervreneli.ch [Q50–Q52]. Angaben des Herstellers sind nicht unabhängig geprüft.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten zum Goldvreneli

Die wichtigsten Antworten in Kürze – ausführlicher in den Kapiteln oben.

Was ist ein Goldvreneli?

Das Goldvreneli ist die Schweizer Goldmünze zu 20 Franken, die von 1897 bis 1949 in Bern geprägt wurde. Sie zeigt den Kopf der Helvetia mit Zopf und Edelweisskranz vor den Alpen, gestaltet von Fritz Ulysse Landry. «Vreneli» ist der Übername aus dem Volksmund, eine Koseform von Verena. Daneben gibt es Vrenelis zu 10 Franken (1911–1922) und zu 100 Franken (1925).

Wie viel Gold enthält ein Vreneli?

Ein 20-Franken-Vreneli wiegt 6,4516 Gramm und besteht zu 900/1000 aus Gold; das sind 5,806 Gramm Feingold. Der 10er enthält 2,903 Gramm, der 100er 29,032 Gramm Feingold. Den aktuellen Metallwert berechnen Sie mit dem Goldwert-Rechner auf dieser Seite.

Welche Vreneli-Jahrgänge sind selten?

Die grössten Raritäten sind die 12 Proben mit Stirnlocke und die 29 Stücke aus Gondo-Gold von 1897. Bei den regulären 20-Franken-Jahrgängen haben 1926 (50'000 Stück) sowie 1904, 1905 und 1906 (je 100'000) die kleinsten Auflagen; 1903 und 1904 gelten in guter Erhaltung als besonders schwierig. Beim Vorgänger Helvetia-Kopf ist 1887 mit nur 176 Stück extrem selten. Beim 10er ist 1911 der seltenste, der 100er von 1925 ist mit 5'000 Stück ebenfalls selten.

Was ist ein Vreneli wert?

Gewöhnliche Jahrgänge werden etwa zum Goldwert plus einem kleinen Aufgeld gehandelt; der Wert folgt also dem Goldpreis. Seltene Jahrgänge und gut erhaltene Stücke erzielen deutlich mehr. Aktuelle Richtwerte mit Datum finden Sie in der Rangliste. Diese Angaben sind keine Anlageberatung.

Was bedeutet «L 1935 B» auf einem Vreneli?

Diese Vrenelis wurden erst 1945 bis 1947 mit der alten Jahreszahl 1935 nachgeprägt, aus Barrengold. Das «L» steht für «Lingot» (Barren), das «B» für die Münzstätte Bern. Mit über 20 Millionen Stück ist «L 1935 B» der häufigste Jahrgang. Regulär 1935 geprägte Stücke ohne «L» gibt es nur 175'000.

Wie erkenne ich ein falsches Vreneli?

Prüfen Sie zuerst, ob es die Jahreszahl überhaupt gibt: 20-Franken-Vrenelis existieren nur von 1897 bis 1916 sowie 1922, 1925, 1926, 1927, 1930, 1935, 1947 und 1949. Danach Gewicht (6,45 g) und Durchmesser (21 mm), den Rand (bis 1935 22 Sterne, 1947 und 1949 die Randschrift AD LEGEM ANNI MCMXXXI) und Details wie die Signatur F. LANDRY und das Münzzeichen B. Seltene Stücke immer von einer Fachperson prüfen lassen.

Wer stand Modell für das Vreneli?

Das ist nicht endgültig geklärt. Archivfunde des Historikers Raphael Germann sprechen für Rosa Tännler (1879–1946) aus Gadmen im Berner Oberland, die Landry 1894 auf der Steinalp gemalt haben soll. Als Gegenposition wird Françoise Kramer-Egli aus Neuenburg genannt.

Ist das Vreneli noch ein gesetzliches Zahlungsmittel?

Mit der Abwertung des Frankens im September 1936 verloren die Goldmünzen ihre Funktion als Zahlungsmittel; der Goldwert lag nun über dem Nennwert. Ob sie je formell ausser Kurs gesetzt wurden, beurteilen die Quellen unterschiedlich. Im Alltag bezahlt niemand damit – gehandelt werden Vrenelis nach Gold- und Sammlerwert.

Was soll ich mit geerbten Vrenelis tun?

Nichts reinigen und nichts überstürzt verkaufen. Sortieren Sie die Münzen nach Nominal und Jahreszahl und achten Sie besonders auf 1903 bis 1906, 1926, 1935 ohne «L», den 10er von 1911, den 100er von 1925, den Helvetia-Kopf 1887 und 1888 sowie jedes Stück mit kleinem Kreuz im Schweizerkreuz (Gondo). Solche Stücke von einem Münzhändler oder Auktionshaus schätzen lassen.

Gibt es ein Silbervreneli?

Eine offizielle Silberausgabe des Vreneli hat die Eidgenossenschaft nie herausgegeben. Das «Silbervreneli» ist eine private Silberprägung der Silbervreneli GmbH seit 2022, ohne Nennwert und ohne Status als Zahlungsmittel.

Goldwert-Rechner

Was ist das Gold in meinem Vreneli wert?

Geben Sie den aktuellen Goldpreis ein – zum Beispiel aus der Zeitung, von Ihrer Bank oder einer Händlerseite. Die Seite rechnet nur auf Ihrem Gerät und lädt keine Kurse aus dem Internet.

Reiner Metallwert

–

Kein Ankaufspreis. Händler kaufen meist leicht unter dem Metallwert an und verkaufen mit Aufgeld. Seltene Jahrgänge und Stücke in sehr guter Erhaltung können deutlich mehr wert sein. Keine Anlageberatung.

Alle Münzen im Vergleich

MünzeFeingoldMetallwert
Alle Vrenelis zusammen enthalten rund 348 Tonnen Feingold, ein Würfel von 2,62 Meter Kantenlänge
Eigene Berechnung: Gesamtauflagen laut Swissmint × Feingold je Münze, Dichte von Gold 19,32 g/cm³.

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Kataloge zum Vreneli

Ein eigenes Buch nur über das Vreneli gibt es derzeit nicht. Am meisten erfahren Sie in den Schweizer Münzkatalogen: Dort stehen alle Vreneli-Jahrgänge mit Bewertungen. Die Links führen zu Amazon und sind Werbelinks. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen; für Sie ändert sich der Preis nicht.

  • Neuer HMZ-Katalog, Band 2 – Jürg Richter, Ruedi Kunzmann, Battenberg Gietl 2026, ISBN 9783866462779
  • Neuer HMZ-Katalog, Band 2 – Jürg Richter, Ruedi Kunzmann, Battenberg Gietl 2011, ISBN 9783866465435
  • Schweizer Münzen & Banknotenkatalog 1798–2025 – Romano Agola (Solidus Verlag), Solidus Verlag, Aarau 2025, ISBN 9783033116269
  • Die Proben und Materialvarianten von Schweizer Münzen, Band 2 – Jürg Richter, Battenberg Gietl 2016, ISBN 9783866465732
  • Münzkatalog Schweiz 1850–1997 – Jean-Paul Divo, Numis-Post 1998, ISBN 9783952150313

Vrenelis kaufen

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Kaufen Sie Goldmünzen nur bei etablierten Edelmetallhändlern oder Ihrer Bank – mit Rechnung, Rückgaberecht und klarer Preisangabe. Vergleichen Sie das Aufgeld (Preis über dem Metallwert). Tipps dazu im Wissensteil unter Kaufen und Verkaufen.

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Buchumschlag «Vrenelifibel – Das kleine Buch zum Goldvreneli»
E-Book & Taschenbuch

Vrenelifibel – Das kleine Buch zum Goldvreneli

Das erste Buch, das sich ganz dem Goldvreneli widmet: Helvetia und die Geschichte, Fritz Ulysse Landry, die Modell-Frage, alle Jahrgänge mit Auflagen, die grossen Raritäten, Echtheit, Erhaltung, ein Leitfaden für Erben und ein Quiz – auf rund 50 Seiten.

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Alle Vreneli-Jahrgänge 1897–1949 mit Auflagen, Seltenheit und technischen Daten auf einem Poster im Format A2 – zum Ausdrucken und Aufhängen.

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  • Bildpartnerschaft: Sie stellen Fotos seltener Jahrgänge unter freier Lizenz zur Verfügung und werden als Urheber genannt

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