Modell und Name

Goldvreneli: Wer stand Modell, woher kommt der Name?

Wer für das Goldvreneli Modell stand, ist nicht endgültig geklärt: Archivfunde sprechen eher für Rosa Tännler aus Gadmen, als Gegenposition wird Françoise Kramer-Egli aus Neuenburg genannt. Hier steht, was dafür und dagegen spricht – und woher der Name «Vreneli» kommt.

Wer stand Modell für das Vreneli?

Landry selbst hat dazu nichts Eindeutiges hinterlassen. Die Frage kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg auf – als Landry und die infrage kommenden Frauen bereits gestorben waren. Zwei Namen werden genannt.

These 1: Rosa Tännler aus Gadmen

Rosa Tännler (1879–1946, nach ihrer Heirat 1901 Kruck-Tännler) wuchs in Gadmen im Berner Oberland auf. Im Sommer 1894 begegnete sie als junges Mädchen im Hotel auf der Steinalp dem Medailleur Landry. Er soll sie dort gemalt haben; dieses Bild habe ihm als Vorlage gedient.

Der Historiker Raphael Germann hat diese Überlieferung mit Archivrecherchen untermauert. Er fand unter anderem ein Dokument im Bundesarchiv und Briefe aus dem Jahr 1895, die auf eine junge Frau aus dem Haslital hindeuten. In Gadmen erinnert heute der «Goldvreneliweg» an Rosa Tännler.

These 2: Françoise Kramer-Egli aus Neuenburg

Andere Darstellungen, etwa in der englischsprachigen Wikipedia, nennen Françoise Kramer-Egli aus Neuenburg, Landrys Heimatstadt. Diese These ist weniger gut dokumentiert; eigenständige Belege dafür haben wir bisher nicht gefunden.

Unser Fazit

Die Archivfunde sprechen derzeit eher für Rosa Tännler. Endgültig bewiesen ist aber keine der beiden Thesen – und vielleicht trifft beides ein Stück weit zu: Ein Medailleur zeichnet selten ein reines Porträt, sondern ein Ideal. Landrys Helvetia sollte nicht eine bestimmte Frau zeigen, sondern die Schweiz.

Quellen: Plattform J (2020, 2023), SRF, Inner Wheel Aarau, Wikipedia (de/en) – siehe Quellenverzeichnis [Q8, Q10, Q24–Q27].

Woher kommt der Name «Vreneli»?

«Vreneli» ist die schweizerdeutsche Koseform des Vornamens Verena – ein Übername aus dem Volksmund. Den Übernamen gab der Volksmund der Münze erst später: Belegt ist er ab den 1940er-Jahren (um 1943). Die Münze selbst nennt nur ihren Nennwert, etwa «20 Franken».

Wer hat das Vreneli gestaltet?

Fritz Ulysse Landry wurde am 26. September 1842 in Le Locle geboren, als Sohn eines Graveurs. Nach der Lehre im Familienbetrieb studierte er an der Kunstschule in Genf – Medaillengravur lernte er ausgerechnet bei Antoine Bovy, der die sitzende und die stehende Helvetia graviert hatte. Weitere Studien führten ihn nach Paris.

1869 gründete Landry in Neuenburg eine Berufszeichenschule und unterrichtete jahrzehntelang Zeichnen. Daneben schuf er zahlreiche Medaillen, etwa für das Eidgenössische Schützenfest in Neuenburg 1898 oder auf den Naturforscher Louis Agassiz. Das Vreneli, sein bekanntestes Werk, brach laut Historischem Lexikon der Schweiz mit dem eher steifen Stil der bisherigen Schweizer Münzen. Landry starb am 7. Januar 1927 in Neuenburg.

Die ganze Entstehungsgeschichte steht in der Geschichte auf der Startseite, die Daten in der Zeitleiste.

Häufige Fragen

Wer stand Modell für das Vreneli?

Das ist nicht endgültig geklärt. Archivfunde des Historikers Raphael Germann sprechen für Rosa Tännler (1879–1946) aus Gadmen im Berner Oberland, die Landry 1894 auf der Steinalp gemalt haben soll. Als Gegenposition wird Françoise Kramer-Egli aus Neuenburg genannt.

Was ist ein Goldvreneli?

Das Goldvreneli ist die Schweizer Goldmünze zu 20 Franken, die von 1897 bis 1949 in Bern geprägt wurde. Sie zeigt den Kopf der Helvetia mit Zopf und Edelweisskranz vor den Alpen, gestaltet von Fritz Ulysse Landry. «Vreneli» ist der Übername aus dem Volksmund, eine Koseform von Verena. Daneben gibt es Vrenelis zu 10 Franken (1911–1922) und zu 100 Franken (1925).

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Stand: 2026-10-19 · Texte © Vrenelifibel · Quellen im Quellenverzeichnis.