Echtheit

Goldvreneli echt oder falsch? Fälschungen erkennen

Vrenelis werden seit Jahrzehnten gefälscht – von billigen vergoldeten Souvenirkopien bis zu Fälschungen aus echtem Gold, bei denen nur die seltene Jahreszahl oder ein Merkmal nachgemacht ist. Mit ein paar einfachen Prüfungen lassen sich viele Fälschungen entlarven.

Sollwerte: Gewicht, Durchmesser, Feingehalt und Rand

Sollwerte der echten Vrenelis
NennwertGewichtDurchmesserFeingehaltRand
20 Franken6,4516 g21 mm900/1000 Gold22 erhabene Sterne (bis 1935 und «L 1935 B»); 1947 und 1949 Randschrift «AD LEGEM ANNI MCMXXXI»
10 Franken3,2258 g19 mm (Dicke 0,9 mm)900/1000 Goldgerippt
100 Franken32,258 g35 mm (Dicke 2,2 mm)900/1000 GoldRandschrift «DOMINUS PROVIDEBIT»

Münzzeichen aller Vrenelis ist ein «B» für die Münzstätte Bern. Die Zahlen stammen aus der Prägeliste von Swissmint.

Echtheits-Check in vier Schritten
Der Echtheits-Check in vier Schritten – Details unten.

1. Gibt es die Jahreszahl überhaupt?

Die einfachste und wirksamste Prüfung. Echte Jahrgänge sind:

  • 20 Fr. Vreneli: 1897–1916, 1922, 1925, 1926, 1927, 1930, 1935, 1947, 1949
  • 10 Fr. Vreneli: 1911–1916, 1922 (dazu 56 Proben 1910/1911)
  • 100 Fr. Vreneli: nur 1925
  • 20 Fr. Helvetia: 1883, 1886–1896

Ein Vreneli von 1920, 1933 oder 1948 ist garantiert falsch.

2. Gewicht und Masse

  • 20 Fr.: 6,45 g, 21 mm Durchmesser
  • 10 Fr.: 3,23 g, 19 mm
  • 100 Fr.: 32,26 g, 35 mm

Eine Feinwaage mit 0,01 g Genauigkeit und eine Schieblehre kosten wenig. Abgegriffene Stücke dürfen minimal leichter sein; deutliche Abweichungen sind ein Alarmzeichen.

3. Passt der Rand zur Jahreszahl?

Schema der vier Randvarianten
  • 20 Fr. mit Jahreszahl bis 1935 (auch «L 1935 B»): 22 erhabene Sterne
  • 20 Fr. 1947 und 1949: Randschrift «AD LEGEM ANNI MCMXXXI»
  • 10 Fr.: gerippt · 100 Fr.: «DOMINUS PROVIDEBIT»

Ein 1949er mit Sternenrand oder ein 1926er mit Randschrift ist nicht echt.

4. Details unter der Lupe

  • Signatur «F. LANDRY» unter dem Halsabschnitt
  • Münzzeichen «B» auf der Rückseite
  • Scharfe Konturen im Edelweisskranz und in den Bergen; Fälschungen wirken oft weich, schwammig oder porös
  • Farbe: ein warmes, leicht rötliches Gold (Kupferanteil). Gondo-Stücke sind heller.

5. Die gefährlichen Fälle

Bei seltenen Stücken lohnt sich der Aufwand für Fälscher besonders: veränderte Jahreszahlen, nachträglich eingeschlagene Gondo-Kreuze oder Nachbildungen der Stirnlocken-Probe. Solche Stücke gehören immer zur Prüfung an eine Fachperson – einen etablierten Münzhändler, ein Auktionshaus oder einen Prüfdienst. Die Zentralstelle für Edelmetallkontrolle des Bundes (BAZG) und die zugelassenen Handelsprüfer können zudem das Material analysieren.

Magnet-Test? Gold ist nicht magnetisch – viele Fälschungen aber auch nicht. Ein Magnet entlarvt nur grobe Eisenkopien.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich ein falsches Vreneli?

Prüfen Sie zuerst, ob es die Jahreszahl überhaupt gibt: 20-Franken-Vrenelis existieren nur von 1897 bis 1916 sowie 1922, 1925, 1926, 1927, 1930, 1935, 1947 und 1949. Danach Gewicht (6,45 g) und Durchmesser (21 mm), den Rand (bis 1935 22 Sterne, 1947 und 1949 die Randschrift AD LEGEM ANNI MCMXXXI) und Details wie die Signatur F. LANDRY und das Münzzeichen B. Seltene Stücke immer von einer Fachperson prüfen lassen.

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Stand: 2026-10-19 · Texte © Vrenelifibel · Quellen im Quellenverzeichnis.